sensorische Überempfindlichkeit
Sensorische Überempfindlichkeit bezeichnet eine gesteigerte Reaktion des Nervensystems auf Sinnesreize wie Geräusche, Licht, Berührungen oder Gerüche. Betroffene nehmen Reize intensiver wahr oder verarbeiten sie weniger effektiv, sodass bereits alltägliche Eindrücke als unangenehm oder überwältigend empfunden werden können. Fachlich wird dies häufig mit einer veränderten Reizverarbeitung erklärt, bei der eingehende Signale nicht ausreichend gefiltert oder reguliert werden. Dadurch kann es zu schnellen Überforderungssituationen kommen, etwa in lauten oder visuell komplexen Umgebungen.
Im Alltag zeigt sich sensorische Überempfindlichkeit unterschiedlich: Manche Kinder reagieren empfindlich auf bestimmte Stoffe oder vermeiden Körperkontakt, andere reagieren stark auf plötzliche Geräusche oder auf helles Licht. Diese Reaktionen sind keine bewusste Entscheidung, sondern Ausdruck der individuellen neurologischen Verarbeitung.
Die Ausprägung kann variieren und tritt häufig im Zusammenhang mit Entwicklungsbesonderheiten auf, etwa bei Störungen der sensorischen Integration. Dabei gelingt es dem Gehirn nicht, Sinneseindrücke angemessen zu ordnen und zu bewerten.
Wichtig ist eine unterstützende Umgebung, die Reize dosiert und Rückzugsmöglichkeiten bietet. Eine frühzeitige fachliche Einschätzung kann helfen, im Alltag passende Strategien zu entwickeln und die Belastung des Kindes zu reduzieren.
